Krake ist antisemitisch!

Ein Einblick in die antideutsche Anti-TTIP-Propaganda im Netz

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Ein Korallenherz für die Friedenstournee

Der antideutsche Rutkowski gegen die Bandbreite – ein Beispiel für die Absurditäten der antideutschen Antifanten

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Ein Dialog mit Volker Beck / A Dialog with Volker Beck

Dieser Twitter-Dialog ist so exemplarisch, dass ich ihn in Deutsch und Englisch verblogge.

Zwar tauchen auch hier die immer wieder gleichen Argumente der Zionisten auf, die Individualität vermissen lassen, doch ist es ganz praktisch, hierüber mal wieder einen komprimierten Überblick zu haben.

Starring Volker Beck

Starring Volker Beck

Volker Beck, Grüne, geboren 1960 bei Stuttgart, ist seit 1994 Mitglied des deutschen Bundestags für Köln (zu meinem Bedauern, muss ich sagen). Dazu für seine Fraktion innenpolitischer Sprecher und Sprecher für Religionspolitik. Aber auch noch Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages.

Volker Beck ist schwul. Bekennend schwul. Und für Schwulenrechte hat er sich stets tapfer eingesetzt und dabei durchaus schon mal einen Stein an den Kopf oder kurzfristig Haft abbekommen.

Portrait

Starring Otla Pinnow

Der Kontrahent bin ich selbst, Otla Pinnow.

This dialog on Twitter is such a show case that I put it on my blog, both in German and English.

Even here always the same arguments of the Zionists pop up over and over again; a lack of individuality, but it comes in handy to get once again a condensed overview.

Volker Beck, Grüne (Green party), born in 1960 in Stuttgart, since 1994 member of the German Bundestag for Cologne (to my regret, I must say).  Also home affairs spokesman and spokesman for religious policy for his group. But also Chairman of the German-Israeli Parliamentary Group of the German Bundestag.

Volker Beck is gay. Confessing gay. And he has done well bravely for gay rights , even when he had gotten a stone on the head or short-term detention.

The counterpart is me, Otla Pinnow.

So let’s start.

T1

Beck: Demonstration 12.4. 13:00 through Berlin-Neukölln against homophobia. We have the right to live how we are.

T2

Stephan Lubs: Is it not that you can live how you are? You want a law obligating everyone to see gays/lesbians/shemales great?

Beck: Hostility towards human beings related to their peer group shall not be tolerated, neither from far right wingers nor from islamists or haters from the center.

T3

T4

Pinnow: The worst baiting I ever met in life was from anti-germans („Antideutsche“) and far right zionists. For such people, I only have naked contempt.

T5

Beck: Is this also true for Hamas? #naked contempt

T6

Pinnow: We have nothing to do with Hamas. The continuous efforts to refer to Hamas as an excuse, are just laughable.

T7

Pinnow: Belongs to set ritual by the way. When „nazi“ (as roorback) becomes non-credible, they take Hamas instead.

T8

Beck: Who is „You“? („We“)

T9

Pinnow: Modern Arab democrats. There is Arab Spring also in Palestine.

T10

Beck: What has this to do with forced marriage in Neukölln (cause of demonstration)

T11

Pinnow: You were the one to mention far right, islamists and haters from the center.

T12

Beck: Hamas are not islamists?

Pinnow: Surely they are. But here subject is haters.

Beck: Just that, Hamas are also haters. Objects of their hatred are democrats, the PLO, jews, LGBT (lesbian, gay, bisexual and transgender people), emancipated women.

T15

Pinnow: „But, but, but look, what he did“ is kindergarden level. By the way, you forgot the zionists. Hamas holds off very. I was not yet flamed by them.

T14

Beck: Send me the link to Hamas Human Rights violations on imemc.org – I did not find anything about that.

T27

Pinnow: Since when is it up to you to order with what IMEMC has to deal with?

T16

Beck: Who defames zionism (home of the jews) as such has a rafter loose or is an anti-semite.

Pinnow: That’s a legal question. And not of some books holy for somebody, but of law of nations. My family are Libyans. Also Libya was once claimed by Italy as their property referring to ancient Rome

T17

Beck: According to the law of nations the borders from 1967 are not questionable. Member of UN – but Hamas doesn’t care about it.

T18

Pinnow: #AskHamas, not me, I don’t belong to Hamas. Of course Israel in the borders of 1967 has to be questioned. At the moment, when she annexes whole Palestine. Then this is no more valid. So depends from Israel. Doesn’t say Hamas, by the way, Kerry said.

T19

Beck: They are also to be questioned when you buckle a dynamite belt on. #stupidArgumentation

T20

Pinnow: I hope the father of your thought was not the wish 🙂 I for sure will not buckle a dynamite belt on.
#stupidArgumentation well, when you just say it yourself – no objections.

T21

Beck: And Israel did not annex West Bank and Gaza.

T22

Pinnow: The far right zionists should recant the belief that one can change facts with words. The West Bank is officially acknowledged occupied. Who wants to speak against that, is doing like in the old car driver joke: watch there is a wrong-way-driver on the highway. – One? Ten, twenty, fifty, hundred! – Gaza is called the biggest open air prison. Since when are prisoner camps autonomic?

T23

Beck: You know the difference between occupied and annexed?

T24

Surely. But to abrogate facts is like some German right wingers (group Reichsdeutsche) and similar figures do. They say there is no German state because there is no peace treaty. And homelands are against law of nations as well.

T25

What is called how from whom is irrelevant.

T26

That’s it. Who builds settlements and establishes homelands, annexes and wants to stay. And East Jerusalem  is even very officially claimed as annexed.

For the Lulz

Eine priratratige Kommunalpolitikerin und der Endboss des Internets

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Klarmachen!

CDU/CSU und SPD ruinieren unsere Gesellschaft – es gilt, dass in der Politik wieder die richtigen Präferenzen gesetzt werden

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Herrscher der Welt

Über die Macht der Banken, die schleichende Erodierung der Demokratie und wer als Einziger etwas dagegen unternehmen kann.

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Wenn Netanyahu für Meinungsfreiheit demonstriert …

… dann ist dem, der sich auskennt, klar, dass diese Meinungsfreiheit nicht die  Freiheit umfasst, Israel zu kritisieren, besonders per Karikatur.

FRANCE-ATTACKS-CHARLIE-HEBDO-DEMOMit Irritation wurde von vielen registriert, dass in der ersten Reihe der Demonstranten beim unvergleichlichen gestrigen Trauermarsch in Paris nun ausgerechnet auch Netanyahu zu sehen war, der sich u.a. im Gaza-Krieg nicht gerade als Freund der Pressefreiheit ausgezeichnet hatte. Wer das bestreiten möchte, der möge in dieser kleinen Chronik fündig werden. Schon gestern Abend kam u.a. über Haaretz heraus, dass Netanyahu sich selbst eingeladen hatte, aus wahltaktischen Gründen den rechtsradikalen Lieberman und Bennett folgend. Dagegen konnte Frankreichs Hollande nichts machen, ohne gröblichst unhöflich zu werden, denn seiner Bitte, den Palästina-Konflikt, der ja nicht unerheblich zur Militanz der Islamisten beigetragen hat, durch Abwesenheit der ‚Kriegsparteien‘ aus dem Trauermarsch heraus zu lassen, war Netanyahu nicht nachgekommen. Also lud Hollande auch Abbas zur Demonstration ein, um den Eindruck der Einseitigkeit zu vermeiden, und verließ die Synagoge vorzeitig, nämlich, als Netanyahu die dort versammelten Juden aufforderte, doch Frankreich zu verlassen und nach Israel auszuwandern – Hollande hatte genau das Gegenteil verkündet, nämlich, dass Frankreichs Juden selbstverständlich auch zu Frankreich gehören und von ihm ebenso geschützt und verteidigt werden, wie jeder andere Bürger auch.

Netanyahu Cartoon

Umstrittene Karikatur in der Sunday Times

Dass Israel sich einen feuchten Kehricht um die Meinungsfreiheit schert, sofern man sich die Freiheit nimmt, Israel zu kritisieren, wurde ja hier schon dargelegt. Von daher kann man die erzwungene Teilnahme israelischer Regierungsmitglieder an dieser Demonstration nur dreist nennen. So beschwerte sich Israel 2013 hoch offiziell, nämlich über seinen Botschafter in London, über die ehrwürdige Sunday Times wegen einer angeblich antisemitischen Karikatur. Wieder einmal wurde die „rote Linie“ beansprucht, die überschritten worden sei – und selbstverständlich wiederum unter Beteiligung von Israels Pitbull, dem Simon-Wiesenthal-Zentrum, und der vielleicht bedeutendsten Israel-Lobby-Organisation, der ADL. Es folgt eben immer dem gleichen Schema. Die Israel Times berichtete darüber, auch, dass die Sunday Times hier gar keinen Antisemitismus erkennen könne, denn die Karikatur kritisiere einzig Netanyahu, noch nicht mal Israel und mit dem Judentum habe sie nun überhaupt nichts zu tun.

Sa'aneh

„Die Welt und die Flüchtlinge“ Karikatur von Saba’aneh, Januar 2015

Mit solchen Protesten gibt man sich im Falle palästinensischer Karikaturisten in Israel gar nicht erst ab. So verbrachte der palästinensische Karikaturist Mohammad Saba’aneh letztes Jahr fünf Monate in Israels Gefängnis. Dabei ist er weder Israeli, noch war er in Israel; er wurde schlicht und einfach beim Grenzübertritt von Jordanien nach Palästina festgenommen – von israelischen Kontrollen. Müßig zu fragen, was israelische Grenzer an der Grenze zwischen Jordanien und Palästina zu suchen haben.
Nachdem sie allerdings nichts Brauchbares bei ihm fanden, wurde er der Kontakte zu Hammas beschuldigt. Die ihn freilich nicht sonderlich schätzt, weil er auch über sie seine Witze gemacht hatte. Nichts desto trotz, Hammas geht bei Israel ja immer und Saba’aneh hat einen Bruder. Der ist bei der Hammas. Der hat ein Buch heraus gegeben und die Illustrationen dazu hatte Mohammad Saba’aneh beigesteuert. Familiäre Bande reichen in Israel offenbar für Knast.

header4Aber es gibt auch die härtere Version. Schon 1987 wurde der palästinensische Karikaturist Nadschi al-Ali (hier der entsprechende Wikipedia-Artikel) in London ermordet, mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Mossad, woraufhin die damalige Premierministerin Margaret Thatcher verärgert das Londoner Mossad-Büro schließen ließ.

Al-Ali ist Schöpfer des beliebten palästinensischen Flüchtlingsjungen Handala, den die palästinensische BDS-Bewegung zu ihrem Symbol genommen hat.

 

Update 15.01.2015

Israels Regierungspropaganda macht langsam einen hysterischen Eindruck. Gestern publizierte der britische Guardian einen Artikel über Israels Protest gegen einen Tweet des britischen Parlamentariers David Ward, der während des Pariser Trauermarschs tweetete: „#Netanyahu beim Pariser Marsch – wie??? Mir wird schlecht“ und „Je suis #Palestinian“. Eingeschaltet wurde sogar der Israelische Botschafter, der meinte, dieser Tweet würde Israel delegitimisieren und den Terror unterstützen (merke: wer Netanyahu angreift, ist auch Antisemit, denn Netanyahu ist Israel und Israel ist das Judentum).

Die Reaktionen der anderen Seite

Drawing Muslim JewsDie andere Seite – das sind die Nicht-Europäer, vor allem die Menschen in Nah-/Mittelost und Afrika.

Nein, die andere Seite sind nicht IS oder el-Qaeda. Es ist absolut lächerlich, das auch nur zu denken. Denn man kennt die bestens in Nah-/Mittelost und auch in Afrika. Will man hier wirklich annehmen, den Menschen in dieser Region sei es egal, wenn man ihre Mütter, Väter, Brüder und Schwestern, ihre Kinder auf dem Markt in die Luft sprengt? Ihre Mädchen entführt und zwangsverheiratet, ihren jungen, fleißigen, bestens ausgebildeten Frauen Berufsverbot erteilt? Ihre Söhne in’s Gefängnis wirft, auspeitscht, köpft? Das gar noch gut findet und unterstützt? Was ist es für ein Affront, Muslime, die in erster Linie Opfer dieser militanten Islamisten sind, unter den Verdacht zu stellen, sie würden ihren Mördern Handreichungen leisten!

Sending love

„Sending love“

Gerade sie verstehen sehr gut, was es heißt, von Attentaten unmittelbar betroffen zu sein, von Toten, von dem Angriff auf eine freiheitswillige Gesellschaft und ihren Staat. Es dauerte nur wenige Stunden, da ging diese Zeichnung als Reaktion um die Welt und der palästinensische Abgeordnete Mustafa Barghouti verbreitete noch am 7. Januar, dem Tag des Attentats, „Die Palästinenser sind geschockt, wütend und verdammen den schrecklichen Angriff auf französische Journalisten, die Gedanken sind bei ihren Familien.“

Doch die Stimmung hat sich geändert. Nicht, was Attentat und Attentäter und auch das Mitgefühl mit den Familien betrifft. Wohl aber, was die wieder allzu offenbar gewordene schreiende Ungerechtigkeit Europas betrifft, seine schon die Grenze zur Lüge überschreitende Bigotterie, seine Selbstgefälligkeit. Europa verteidigt die Menschenrechte? Auch die derjenigen, die im Mittelmeer ertrinken? Auch die der Kinder, die, während der Schneesturm am südlichen Rand des Mittelmeers tobte, in diesen Zelten leben müssen? Die die Kinder in Gaza dank Israels Verweigerung, die Grenzen zu öffnen, oft  noch nicht mal haben?

SZ Karikatur

Mohr erklärte, er habe „eine überspitzte Zeichnung Mark Zuckerbergs in Kombination mit der Krake aus dem Film ‚Fluch der Karibik‘ dargestellt“.

Am meisten empörte jedoch das bigotte Bekenntnis zur Meinungsfreiheit. Dass es damit tatsächlich nicht weit her ist, weiß jeder, der sich irgend wann einmal wissentlich oder unwissentlich über Juden lustig gemacht oder gar Israel kritisiert hatte. Beispielhaft hierfür die angeblich antisemitischen Karikaturen der Süddeutschen Zeitung. Ein absurder Vorwurf, wie auch SPON berichtete. Die Angriffe, vor allem von Seiten des berüchtigten Simon-Wiesenthal-Zentrums, führten dazu, dass die SZ umgehend zu Kreuze kroch – wenn von Selbstzensur und Schere im Kopf die Rede ist, sollte man vorrangig an so was denken. Manchen sich links nennenden Israel-Fanatikern gilt es sogar bereits als antisemitisch, wenn man das internationale Finanzkapital angreift; denn angeblich habe man dabei nichts anderes im Kopf, als eine Hand voll jüdischer Akteure. Wird Zeit, hier einmal Aluhüte zu  verteilen. Man kann davon ausgehen, dass Vertreter des internationalen Finanzkapitals gegen eine derartig absurde Immunisierung gegen Kritik nichts einzuwenden haben; wobei man freilich nicht übersehen sollte, dass hierzu vorrangig auch die der Deutschen Bank gehören.

Breivik

„Erinnert sich wer daran, wie die Medien eine große Sache daraus machten, dass er ein Christ ist? Nein? Ich auch nicht.“

„Der demonstrative Schrei für freie Rede ist edel, aber heuchlerisch“ titelt die londoner Schauspielerin und Fotografin Alexandra Chaloux in ihrem lesenswerten Blogpost auf der britischen Huffington Post. Mag es missverstandene Solidarität mit den Opfern des Attentats sein, aber die Stimmen, die sich gegen diese Heuchelei wenden, sind doch recht leise. Dass eine gewisse Unterwürfigkeit wohl die Ursache sein dürfte, eine Selbstzensur, freilich in anderer Richtung, zeigt die ebenso leise Reaktion auf die Weigerung der meisten renommierten internationalen Medien der USA, die Karikaturen aus Charlie Hebdo abzudrucken, hier in einem Reuters-Artikel erklärt. Was soll man dazu auch sagen? Selbstzensur aus Angst ist es ja nicht, wenn argumentiert wird, das Zeigen dieser Karikaturen sei respektlos und die Entscheidung, sie nicht abzudrucken, letztlich eine Frage von Manieren.

Journalisten in Gaza getötet

„Wo waren die ‚Freiheit der Rede‘-Leute, als 17 Journalisten 2014 in Gaza von Israel abgeschlachtet wurden?“

Das Netz reagierte auf diese Bigotterie mit Gegenüberstellungen: „Konservative Christen nennen extremistische Christen rechtsradikale Bekloppte. Aber ein muslimischer Extremist ist ein muslimischer Terrorist. Entweder beide gleich oder gar nicht“. In der Tat hatte auch Breivik sich selbst als einen christlichen Soldaten bezeichnet und dieser (übersetzte) Tweet zeigt genau das Problem: jeder Moslem, der sich schlecht benimmt oder gar straffällig wird, wird automatisch mit allen Muslimen gleich gesetzt. Und auch das hat eine Parallele in der Judenverfolgung: was immer an einem jüdischen Individuum negativ auffiel, ob Selbstsucht, Schmuddeligkeit, krimineller Wucher oder gar ein Attentat, wurde als Eigenschaft allen Juden zugeschrieben.  „Wenn John einen Menschen tötet, wird John die Schuld gegeben. Aber wenn Ali einen Menschen tötet, wird dem Islam die Schuld Greenwaldgegeben?“ Ja, es ist das alte Muster. Es wäre dringend an der Zeit, dass das Abendland das mal als eine weniger erfreuliche offenkundige Spezialität seiner Kultur untersucht. Denn dieses fast schon wie eine fixe Idee erscheinende Vorurteil kann Murdochwahrhaft absurde Blüten treiben, wie auch Glenn Greenwald feststellte. Denn da stieß CNN’s Nachrichten-Moderator Don Lemon den Menschenrechts-Aktivisten und Anwalt Arsalan Iftikhar, der zuvor ausführlich dargelegt hatte, dass und warum das Attentat von Paris auch aus Sicht des Islam nicht zu rechtfertigender Mord sei, mit der Frage vor den Kopf, ob Iftikhar ISIS unterstütze. Was ebenso auf ein weit verbreitetes Phänomen weist: Muslime können sich von extremistischen Terroristen so oft distanzieren, wie sie wollen – es wird einfach nicht zur Kenntnis genommen. Als ob die Islamophoben dafür taub wären. Jüngstes Beispiel: der Zeitungsmogul Ruppert Murdoch.

Titel 2

„Boko Harams Sexsklavinnen sind wütend: Hände weg von unserer Sozialkasse!“ (Anspielung auf Schwangerschaften, um Transferleistungen zu erhalten)

Man möge sich nicht vertun. Die Kritik an der Bigotterie des Abendlandes, speziell Europas, beschränkt sich nicht auf Palästina, Irak, Syrien. Schon der Umstand, dass einer der Attentäter aus dem am Südrand der Sahara gelegenen Mali stammt, weist auch auf andere Regionen. Aus Schwarzafrika kam die Kritik an dort als klar rassistisch empfundenen Karikaturen des Charlie Hebdo, woran auch teilweise schwer um die Ecke denkende Rechtfertigungsversuche nichts ändern können. Damit wird natürlich nicht das Attentat relativiert. Wohl aber die Selbstidentifizierung mit Charlie Hebdo mit dem Satz „Je suis Charlie“ – verständlich für die Franzosen, doch unterstelle ich, dass ein Großteil derer, die sich unter diesen Satz stellen, von Charlie Hebdo’s Publikationen nicht die geringste Ahnung haben. Das übrigens mit einer Auflage von nur 30.000 nur noch ein Schatten seiner einstigen Größe war, denn auch der wegen angeblichen Antisemitismus gefeuerte Zeichner Sine hatte bei seiner Neugründung einiges an Lesern mit genommen. Man muss wohl nicht weiter erwähnen, dass Charlie Hebdo in diesem Falle Sines Berufung auf die Meinungsfreiheit nicht weiter  zur Kenntnis nahm.

Algerienkrieg

Französische Algerienkrieger präsentieren Köpfe getöteter Algerier

Algerier gruben alte Fotos aus dem Algerienkrieg (1954-1962) aus, und die sind durchaus nicht uninteressant, zeigen sie doch, dass die Greueltaten von IS keineswegs ein Rückfall in das Mittelalter sind, denn dieses hier liegt gerade mal gut 50 Jahre zurück und auch Abu Ghoreib und die Drohnenmorde ohne Rücksicht auf zivile Opfer zeigen, dass das Mittelalter, wenn wir denn davon sprechen wollen, auch im Abendland nicht so lange vergangen, wie man sich erträumt, vermutlich sogar hier genau so präsent ist, wie bei den islamistischen Extremisten.

Charlie Hebdo bezeichnete sich selbst als Anhänger des schlechten Geschmacks. Nun gut. Mit einer Satirezeitschrift, die schlechten Geschmack verbreitet, kann auch die große Mehrheit der Muslime leben; sie müssen es ja nicht lesen. Das ist nicht der Stein des Anstoßes. Es ist die Einseitigkeit, die empört. Dass Freiheit, Demokratie, Recht und Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit bis hin zum Recht auf Leben nur für eine Seite der Menschheit gelten, ganz in der Tradition des britischen puritanischen Diktators Oliver Cromwell, der die Demokratie entschieden verteidigte, allerdings nur die der Puritaner, denn nur die Puritaner galten den Puritanern als Heilige und nur Heilige konnten über die Welt entscheiden. Die katholischen Iren wussten, was das heißt, denn sie wurden von den heiligen Puritanern hingeschlachtet.

Deswegen mit dem Anspruch der Redefreiheit für die ganze Welt zum Abschluss zwei  gleichermaßen geschmacklose Karikaturen:

Koran ist Scheiße

„Der Koran / Charlie Hebdo ist Scheiße. Er hält die Kugeln nicht ab.“

Neues aus dem Zionisten-Manual: Israel verteidigen

Kurz und knackig eine präzise Zusammenfassung der auf zionistischer Seite aktuell besonders gern benutzen Argumente, wie sie nicht nur in den social media erscheinen, sondern auch in diversen Berichten, Kommentaren und Interviews in den internationalen Medien (english original version,  which is an excellent summary of the actual zionist arguments, at the end of this post).

Sie werden derzeit dermaßen konstant und oft angeführt, dass es angemessen ist, sie in einem ‚Manual‘ aufzulisten.

  1. Nenne die Personen Antisemiten, selbst wenn sie Juden sind.Break glass &% shout antisemitism
  2. Streite ab, dass Palästina existiert. (Wenn sie argumentieren: „Salvador, Guatemala, Kongo und Algerien seien vor ihrer Unabhängigkeit auch keine Staaten gewesen und dennoch würde niemand denken, es sei gerechtfertigt, ihre Häuser, Höfe und Unternehmen zu konfiszieren“ > gehe zurück zu Nr. 1.)
  3. Lenk die Schuld ab auf Hamas. (Wenn sie fragen, warum diese Fehde längst im Gange war, bevor Hamas sich gründete > gehe zurück zu Nr. 1)
  4. Behaupte, die Palästinenser hätten die Brutalität verdient, mit der Israel sie schlägt, weil sie für Hamas gestimmt hätten. (Wenn sie entgegnen, das sei die gleiche Entschuldigung, die Bin Laden dafür gebraucht habe, dass er das WTC in die Luft sprengen und amerikanische Zivilisten töten ließ > gehe zurück zu Nr. 1.)
  5. Fordere ein Rückkehrrecht für die Juden, weil sie dort vor Tausenden Jahren gelebt hätten. (Wenn sie entgegnen, die palästinensischen Flüchtlinge hätten ebenso ein Rückkehrrecht, weil die meisten von ihnen ethnisch gesäubert wurden und immer noch die Schlüssel zu ihren früheren Häusern haben > gehe zurück zu Nr. 1.)
  6. Erwähne, Sharon habe Gaza den Palästinensern gegeben, es stünde nicht länger unter Besatzung, dennoch würde Hamas Raketen auf Israel abfeuern. (Wenn sie anführen, dass Israel immer noch Gazas Luftraum, Gazas territoriale Gewässer und Gazas Grenzen kontrolliere > kehre zurück zu Nr. 1.)
  7. Gib die Schuld anderen Arabern, weil sie ihre palästinensischen arabischen Brüder nicht in ihrem Land willkommen hießen. (Wenn sie argumentieren, die Palästinenser hätten das Recht auf Selbstbestimmung und andere arabische Staaten seien nicht dazu da, die Schweinerei auf zu kehren, die Europa, die USA und Israel veranstaltet hätten > kehre zurück zu Nr. 1.)

Zionist manual

Weinen um Gaddafi

Gaddafis Hut 1Die libysche Katastrophe“ titelte der Berliner Kommunikationswissenschaftler und Journalist Malte Daniljuk auf Telepolis /  Heise. Ein langer Beitrag, der die jedem Libyer sattsam bekannten alten Propagandalügen der Gaddafi-Mafia und ihrer Unterstützter wiederholt. Das fängt schon damit an, dass „das kleine nordafrikanische Land“ fast fünf Mal so groß ist wie Deutschland und immerhin noch größer als Ägypten. Was bei einer Bevölkerungsdichte von ca. 6 Millionen, ein gewichtiger Anteil davon Kinder, so gewisse Schwierigkeiten bei der Grenzsicherung hinreichend erklären sollte. Und seiner Behauptung, „Kriminalität existierte praktisch gar nicht“ widerspricht leider der Tatsache, dass die Entlassung und Bewaffnung einer Menge Krimineller mit dem Auftrag, für Gaddafi zu kämpfen, auch filmisch ausreichend dokumentiert ist.

Dieser Beitrag schrie nach einer Antwort, die ich nun auch hier veröffentliche.

 

Wenn man keine Ahnung hat …

… soll man einfach mal die Fresse halten, meinte Dieter Nuhr. Bei diesem Artikel fällt mir dieser Satz wieder ein.

Ich habe eine libysche Familie, die übrigens seit vier Monaten wegen des Krieges in Tunesien sitzt, eine alt eingesessene, Urgestein mit umfangreichem Landbesitz seit unvordenklichen Zeiten. Mein Mann war ein ranghoher Diplomat, der gemeinsam mit Bruno Kreisky den Besuch der frisch gebackenen deutschen Grünen-Parlamentarier bei Gaddafi organisierte. Das hatte einen Grund: Gaddafi wollte unbedingt mit den USA Krieg führen. Die naiven Grünen wurden missbraucht, ja. Aber hier heiligte der Zweck die Mittel: Gaddafi von seinem kriegerischen Vorhaben abzubringen. Was gelang.

Das ist ca. 30 Jahre her. Es war nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass Gaddafi von kriegerischen Absichten abgebracht werden musste. Manchmal gelang es. Manchmal nicht. Er war wahnsinnig. Das wusste vor allem jeder, der ihn persönlich kannte. Mein Mann kannte ihn persönlich. Und auf meine Frage „und warum stürzt ihr ihn nicht einfach?“ kam die Antwort: „Nein, das gäbe ein furchtbares Blutbad.“

Für mich war es völlig normal, dass hochkarätige libysche Diplomaten all ihre Künste nutzten, um eine no-fly-zone bei der UNO durchzusetzen. Sie erkannten schnell, dies war ein echter Volksaufstand, der nicht mit vergleichsweise wenigen Verlusten einzudämmen wäre. Und es war kein auf Benghazi begrenzter: die Alarmglocken schrillten, als er auf Tripolis übergegriffen hatte. Während des ganzen Krieges und, wie man sieht,auch heute noch äußern Nicht-Libyer den Wunsch, Ost- und Westlibyen doch bitte zu trennen. Wobei natürlich der den Raibach macht, der die Ölquellen im Osten kriegt. Nein. Libyen hat eine außerordentlich hohe nationale Integrität, immer gehabt, schon damals, als Großbritannnien es mit der Unabhängigkeit teilen wollte und eine Volksabstimmung unter UNO-Aufsicht sich dagegen aussprach.

Libyen war kein Sozialstaat. Das ganze Soziale war weiter nichts als potemkin’sche Fassade. Weder Schulen noch Krankenhäuser taugten was. Auch dafür muss Libyen jetzt bezahlen, denn nicht jeder konnte es sich leisten oder hatte Sinn dafür, die Ausbildung seiner Kinder selbst in die Hand zu nehmen. Die, deren Eltern das nicht konnten, können nun nicht von der schönen faulen Ballerzeit bei der Miliz lassen.

Erinnert sich noch jemand an die Affäre um die palästinensischen Ärzte und bulgarischen Krankenschwestern, die angeblich 400 libysche Kleinkinder ermordet hatten, während tatsächlich nicht beherrschbare Hygienemängel ursächlich waren? Erinnert sich noch jemand daran, dass die erste Tat der Bürger befreiter Städte war, die Statuten von Gaddafis Grünem Buch zu stürzen? Will man die alle für dumm verkaufen? Auch die Linke hat ihr alt hergebrachtes kolonialistisches Denken, manchmal schlimmer als die Konservativen. Satt, warm und trocken, das soll den Menschen aus anderen Kulturkreisen angeblich reichen. Den kämpfenden Libyern aber ging es außer um Freiheit, Mitbestimmung Abstellen der ungeheueren Verschwendung von Volksvermögen durch die Familie Gaddafi noch um etwas anderes: Würde. Sich nicht mehr schämen zu müssen, nach seinem Herkunftsland gefragt zu werden. „Libyen? Huh, Gaddafi!“

Die Libyer sind der Nato und insbesondere Frankreich immer noch dankbar für die no-fly-zone. Ich werde nie die Tage vor ihrem Beschluss vergessen, als jedes Wort, das aus Libyen drang, und es drang vieles durch, denn jeder hatte Kontakt zu seinen Angehörigen in Libyen, bezeugte, dass die Bürger von Benghazi und die Libyer überhaupt mit ihrem Leben abgeschlossen hatten. „Wir werden alle sterben. Allahu akbar.“ Die jauchzende Erlösung, als die französischen Flugzeuge gerade noch im letzten Moment den Vormarsch von Gaddafis Elitetruppen stoppten und Benghazis Bürger die Flaggen der beteiligten Staaten auf ihre Häuserdächer malten und „Thank you, Nato!“ darauf schrieben.

Also: was geschah, geschah mit dem Willen der überwiegenden Mehrheit der Libyer, und zwar überall: im Osten, im Westen, in der Wüste im Süden und natürlich bei den Amazigh, den unterdrückten Berbern. Und ich ersuche die versteckten Kolonialisten, keine Legenden zu bilden, weil das, was auch in Libyen statt findet, ohne entscheidenen Einfluss der Großmächte passiert.

Schon seit dem Frühsommer war klar, dass insbesondere Katar massive hegemoniale Interessen hatte, gegen die sich die bürgerliche Revolution von Anfang an wehrte. Was zu Verzögerungen bei der Ausbildung der neuen nationalen Armee führte. Die nämlich wollte Katar übernehmen, doch Libyen stimmte nicht zu. Mehr als drei Monate Grundausbildung wurden nicht akzeptiert, den Rest wollte man lieber andere, Frankreich, Großbritannien, USA machen lassen. Tatsächlich erwies sich das Nichtvorhandensein einer nationalen Armee als das schlimmste Handicap der jungen Demokratie. Denn nicht nur Gaddafis freigelassene Kriminelle und trinkfeste Jugendbanden, ausgestattet mit schweren Kriegswaffen, machen Libyen unsicher, weswegen ausnahmsweise auch die dingfest zu machen Sache der Armee wäre, sondern auch diverse Kräfte in hegemonialer Absicht. Hier vergesse man nicht Libyens Ölreichtum. Attraktiv für viele in der Region.

Derna, derzeit von IS beherrscht, noch, Angriff ist bereits geplant, neigte immer zu islamistischen Spezialitäten. Dennoch sind unter aller Vorsicht auch aus Derna Nachrichten gelangt, wonach die Herrschaft der mit IS verbündeten Ansar Sharia recht grauenvoll sein muss. Die nationale Integrität ist hoch. Man wird Derna nicht im Stich lassen. Aber Derna ist auch stark von Ägypten beeinflusst. Das hat 14 x so viele Einwohner, wie Libyen. Heißt, wenn jeder 14. Ägypter Salafist sein sollte, dann sind das so viele wie die gesamte libysche Bevölkerung. Hinzu kommen Sudanesen, die mit zu den berüchtigsten Islamisten gehören und auch von etlichen anderen Nationen wurden schon Pässe sicher gestellt. Nun gut, jedenfalls ist der größte Teil Benghazis von der nationalen Armee befreit worden. Und das ist kein Gerücht. Die glücklichen Bürger haben nicht nur Berichte, sondern auch Fotos mit geschickt.

Salafisten sind unter saudischem Einfluss. Doch der Westen mit Tripolis ist unter der Fuchtel Misratas. Da hockt die Moslembruderschaft, der rabiate Zweig. Eine Lehre, die man auch aus Syrien ziehen kann: wer auf brutalstmögliche Weise kriegerisch angegangen wurde, wie Misrata von Gaddafis Söhnen, ist in der Gefahr, dadurch zum Psychopathen gemacht zu werden. Für Misratas Wut nach den ihm zugefügten Leiden hatte man gewisses Verständnis, sogar, als sie sich gegen die gesamte Bevölkerung der Nachbarstadt Tawerga wandte. Aber Misrata hat Tripolis übernommen und dafür haben die Tripolitanier nichts übrig. Auch nicht meine in der Umgebung ansässige Familie.

Bleibt zu erwähnen, Moslembruderschaft ist Katar. Dass die den Kopf eingezogen haben heißt nicht, dass die nicht mehr wirken.

Gaddafis Hut 2Ich denke, der Westen – der Osten sowieso – hat noch etwas Schwierigkeiten sich daran zu gewöhnen, dass gebildete, charakterfeste, intelligente Menschen in anderen Kulturkreisen entschlossen sind, ihr Schicksal selbst zu bestimmen und sich nicht von anderen Nationen sagen zu lassen, was sie zu tun und zu lassen haben. Ich habe so einen gewissen Verdacht, dass Teile des Westbündnisses unter Führung der USA und natürlich unter Beteiligung des derzeit stark provinziell geprägten Deutschland, sagen wir mal, mit dem Gedanken liebäugeln, Nah-/Mittelost von Katar oder Saudi Arabien ordnen zu lassen. So’ne Art Kalifat von US-Gnaden.

Nein.

Damit sind die Bürger nicht einverstanden.

Nicht in Libyen, nicht in Tunesien, nicht in Ägypten (man muss deswegen nicht für Sisi sein), nicht in Mali und auch nicht in Kurdistan. Und nicht in anderen Gebieten der Region. Wovon auch unsere Flüchtlinge gewiss ein Lied singen können, wenn man sie fragt.