Götterdämmerung der Antideutschen

Wirklich links sein heisst momentan politisch ziemlich allein sein…”, so der traurige Kommentar eines Antideutschen auf Jutta Ditfurths Facebook-Seite.

Nun erwarte ich erstmal allfällige Proteste, denn mehr noch als früher will kein Antideutscher mehr Antideutscher sein; inzwischen haben sie sich auch dermaßen in alle möglichen Richtungen zersplittert, dass man kaum noch etwas Gemeinsames erkennen kann, außer – “Israel gut” und “Deutschland Scheiße”. Und bei diesen Indikatoren belasse ich es dann auch. Diese schon an Fanatismus grenzende Israelfreundlichkeit macht sie natürlich zu einem festen Bestandteil der deutschen Israel-Lobby.

Jutta Ditfurth ist gewiss antideutsch zu nennen. Dafür spricht schon die Werbung für d filmwerbung nie wieder deutschlandden Film, den sie vertreibt. Dafür sprechen aber auch Probleme mit ihrer Familiengeschichte: “Nur einen einzigen Verwandten unter Hunderten fand ich, der Juden und Sozialdemokraten nicht verabscheut hatte“, so der Programmtext zu ihrem Buch “Der Baron, die Juden und die Nazis – Reise in eine Familiengeschichte”. Ähnliches tritt ja öfter auf, z.B bei der in der stramm zionistischen AmadeuAntonio-Stiftung tätigen Julia Schrammmit ihrem SS-Opa, der doch zuhause so lieb und nett war, oder Rüdiger Sehls aka Walsonde. Es scheint vorwiegend ein Enkel-Problem zu sein; die Enkel der NaziGeneration konnten wohl den brutalen Schnitt, den die Kinder 1968 gegenüber ihren Eltern machten, für sich selbst emotional nicht bewältigen und trachten danach, sich ihr Seelenheil mit einer Art unkritisch pro-israelischem Ablasshandel zu erkaufen.

walsonde ss opa hollarius kein widerstand

Es passt jedenfalls zu solchen Überlegungen, dass sich Antideutsche durch geradezu orgiastische Diffamierungskampagnen gegen ihre politischen Gegner (und das sind so ziemlich alle ‘Andersgläubigen’) auszeichnen, sie insbesondere überreichlich als Nazis und Antisemiten bezeichnen. Selbiges tut auch Jutta Ditfurth – und landete im Falle Jürgen Elsässer, den sie als “glühenden Antisemiten” bezeichnet hatte, vor Gericht, vor dem sie allerdings verlor; auch die Berufung.

Dieser Prozess brachte ihr die Freundschaft Benjamin Weinthals ein, der ihr einen Artikel in der Jerusalem Post widmete; mit Sicherheit nicht uneigennützig, ist doch der Gebrauch der so geliebten Antisemitismuskeule nicht nur wegen der Abnutzungserscheinungen schwer beeinträchtigt. Wesentlich geht es um die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus. Das ist Unfug, denn der Zionismus ist keine Religion, sondern eine politische Ideologie, der keineswegs alle Juden anhängen, dafür aber etliche fundamentalistische Christen; entsprechend umstritten ist diese Gleichsetzung. Nicht nur der Fraser-Prozess in England, mit dem der Kläger die Gleichstellung von Antizionismus mit Antisemitismus erzwingen wollte, wurde quasi mit Backpfeifen verloren, auch die angebliche Arbeitsdefinition Antisemitismuswurde von der EU sang-und klanglos zurück gezogen; ebenso verlor Ditfurth mit ihrem sehr weiten Gebrauch des Begriffs Antisemitismus den Prozess gegen Elsässer.

Ditfurth möchte mit dem Fall vor das Bundesverfassungsgericht ziehen; eine teure Angelegenheit und teuer fand sie schon die Berufung. Und somit verweist Weinthal am Ende seines Artikels auf Ditfurths Webseite, betrifft Bitte um Spenden zwecks Deckung der Prozesskosten. Das ist natürlich nett und hilfreich.

Solch fruchtbare Freundschaften überwinden natürlich leicht ideologische Barrieren, denn während Ditfurth sich als stramm links bezeichnet, gehört Weinthal zum stramm rechten US-Think Tank FDD –aber was soll’s: man kennt sich, man hilft sich.

Eine gewisse Offenheit nach rechts ist für die vorgeblich linken Antideutschen freilich nicht ungewöhnlich. So bekannte sich Julia Schramm zu ihrer Sympathie für die rechtsradikale jüdische unter Terrorverdacht stehende Jewish Defense League JDL und auch ehemalige Neonazis, die zu den Antideutschen überliefen, sind nicht gar so selten.

Es darf vermutet werden, dass Ditfurths Kontaktsuche mit einer Entdeckung zusammen hing: nämlich “plötzl aufgetauchten antisemit Oranisationen #BDS + FORPalestine im Bündnis @Rev1MaiBerlin“. Die beabsichtigte Mobilisierung gegen die Teilnahme der Palästinenser schlug jedoch fehl – ihr Post auf Indymedia wurde gelöscht. Zu finden ist dort allerdings ein anderer recht interessanter Artikel “ Klassenkampf gegen Antisemitismus“, der sich intelligent und recht umfassend über die antideutschen Problemfelder auslässt, im Kern das Projizieren von Antisemitismus und Rassismus auf die Linke, “anstatt ihn dort zu sehen, wo er am gefährlichsten ist: In der deutschen Mitte”–womit der Autor zweifellos Recht hat.

Ditfurth blieb nichts anderes übrig, als über ihre Facebook-Seite ihre Anhänger zur Mobilisierung für den Ausschluss der BDS-Bewegung und der FOR zu bewegen. Das allerdings schlug fehl.

ihre posts bei indymedia gelöscht 17.04.16

Ditfurths Darstellung über den Show Down vom 20.04.16 ließ sich bei Indymedia nachlesen, wer zwischen den Zeilen las erkannte, es ging ausschließlich um das eine in Israel stets präsente Thema: die wegen ihres großen Erfolges gefährliche BDS-Bewegung mundtot zu machen. Pikanterweise betrifft der Link, den Weinthal Ditfurth als Antwort mailte, seinen Artikel zum Bemühen Israels, deutsche Sparkassen und Banken unter Druck zu setzen, damit sie der BDS-Bewegung die Konten kündigen; womit Israel nun freilich abblitzte.

Auch die Verhältnismäßigkeit dürfte eine Rolle spielen. Während es sich bei der BDS-Bewegung um eine große, weltweite Bewegung handelt, vertritt Ditfurth eine deutsche Kleinpartei, die, außer in ihrer Heimatstadt Frankfurt, froh sein kann, wenn sie bei Wahlen über 0,5 % erzielt. Sich durch schon pathologische Israel-Ergebenheit weltweit zu isolieren, ist nunmal eine ernst zu nehmende Gefährdung jeglichen politischen Erfolges.

Es steht nicht gut um die Antideutschen. Sie haben sich ausmanövriert. Ihre fähigeren Protagonisten und Unterstützer wandern mit dem Zionismus nach Rechts, andere zersplittern sich im Exotentum.
(2016)

indymedia über antideutsche 17.04.16

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