Ein sattes Rot-Braun – über Nazis und Zionisten

Dass diese Verbindung tatsächlich nicht so abwegig ist, Bild wie sie erscheint, hatte ich ja schon mal bei der Dickhoff-Affäre dargelegt. Auch auf meinen Artikel zum Antideutschen-Häuptling Grigat möchte ich verweisen.

Den Vogel aber schießt nun das „deutsch-israelische Online-Magazin Haolam“ ab. Im Grunde ist schon der Name eine Lüge, denn weltweit als „HaOlam haZeh „ bekannt ist ein ehemaliges linkssozialistisches antizionistisches Magazin, das zuletzt von Uri Averny heraus gegeben wurde. Das genaue Gegenteil, denn dieses deutsch-israelische Haolam ist zionistisch und rechts – stramm rechts.

Fangen wir mal mit der Geschichte dieser merkwürdigen Beziehung zwischen Nazis speziell aus der Autonomen Szene bzw. den Freien Netzen an. Da haben Bildwir zuerst einmal die „Nationalen Sozialisten für Israel“, auch „Nasofi“ genannt. Diese Gruppierung machte 2008 vor allem im Internet Furore und brachte es nicht nur zu Artikeln bei Heise und im Tagesspiegel, sondern sogar in die Haaretz. Während Rechtsradikale diese Gruppe für einen Fake hielten, scheinen doch Gründe dafür zu sprechen, dass das nicht der Fall war; denn im Internet findet sich auch der Hinweis auf ein – inzwischen gelöschtes – Video auf YouTube, das ein Interview mit  Vertretern der Nasofi enthielt. Gehen wir also davon aus, dass es sie tatsächlich gibt bzw. gab, denn das liegt nahe; längst haben Westeuropas Rechtsradikale Türken, Araber, Muslime überhaupt als ihren Hauptfeind ausgemacht und nach dem Motto, der Feind meines Feindes ist mein Freund, den Schulterschluss mit ebenso rechtsradikalen Zionisten gesucht. So hatte auch die rechtsradikale ProNRW 2011 eine „islamkritische deutsch israelische Konferenz„, zu der, wen wundert’s, rechtsradikale Zionisten aus den illegalen Siedlungen eingeladen waren .- denen die Stadt Köln einen offiziellen Empfang verweigerte.

Zu den radikal-zionistischen Publikationen, die Jüdischsein vorgeben, ohne es zu sein, gehört der Heplev–Blog, der tatsächlich vom evangelikalen leverkusener Grundschullehrer Herbert Eiteneier stammt. Sein Motiv liegt klar auf der Hand: er ist in der Wolle gefärbter Islamophober, Fan des berüchtigten US-Islamophoben Daniel Pipes,  der auch schon mal zur Verbesserung präsidialer Umfragewerte die Bombadierung des Iran empfahl (der deutsche Wikipedia-Artikel ist etwas schönfärberisch; neutraler und auch umfassender ist der englische). Pipes ist übrigens ein Musterbeispiel für die Affinität etlicher ursprünglich osteuropäischer Juden zum rechtsradikalen Zweig des Zionismus.

Nun also Haolam. Mit dem hat sich schon 2010 Ramona Ambs auf Hagalil befasst und, siehe da, der Hauptbetreiber dieses sich ebenso jüdisch gebenden Magazins ist tatsächlich ein Deutscher – Naziaussteiger Jörg Fischer, der sich auch nach Trennung  von seinem jüdischen Lebensgefährten Fischer-Aharon nennt und offenbar sehr wandlungsfähig ist, denn zur Erleichterung der Kölner PDS stieg er auch dort aus; sie war ihm nicht links genug. Dafür engagierte er sich bei Hakadima (der in ADC Bildungswerk umbekannt wurde), ein Verein vor allem für Aussteiger aus der rechten Szene, also vor allem Neonazis, die zum Zionismus bekehrt werden sollen, in erster Linie wohl Homosexuelle. Denn Israels Propagandamaschine engagiert sich sehr für Homosexuelle, lockt sie mit Aktfotos schicker IDF-Soldaten, preist seine Strände als ideale Urlaubsorte an – für ausländische Homosexuelle. Denn im israelischen Inland halten sich die zahlreichen Orthodoxen unter den Rechtsradikalen doch lieber an die Tora und betrachten Homosexualität als „ein Greuel“.

Der Autor dieses Blogs behauptet, persönlich mit Fischer-Aharon bekannt zu sein und teilt mit:

Ich kenne Joerg Fischer-Aharon aus vielen Diskussion in Facebook. Er ist kein gewoehnlicher “Israel-Verteidiger”, sondern ein Hardcore-Verteidiger der rechtsgerichteten Politik a la Avigdor Lieberman und der rechtsnationalen Siedlerbewegung. Juden, die sich z.B. gegen die Siedlungspolitik der jetzigen Regierung Israels stellen, und/oder sich fuer ein friedliches Zusammenleben mit den Palaestinensern einsetzen, sind nicht seine Welt. Daher hatte ich den Eindruck, als ob Joerg Fischer-Aharon seine rechte Gesinnung nie so richtig abgelegt, sondern sich nur auf ein anderes Feindbild konzentriert hat: Die Palaestinenser, und ihre Sympathisanten.

Aus all diesen Aktivitäten kann man wohl mit Fug und Recht den Schluss ziehen, dass Hakadima die Funktion erfüllt, insbesondere junge Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Konstitution anfällig sind für das neonazistische Gedankengut, für den rechtsradikalen Zionismus zu rekrutieren.

Stellvertretender Vorsitzender bei Hakadima war Daniel Fallenstein. Er ist über die Jüdische Allgemeine vom Blogger zum Journalisten mutiert und schreibt jetzt u.a. auf Ruhrbarone, nachdem er bis 2013 für AfD-Beatrix von Storch’s „Freie Welt“ geschrieben hat. Er hat aber auch das Magazin „blink“ heraus gegeben – gemeinsam mit dem islamophoben Ex-Piraten, als solcher Ex-Vorstandsmitglied Stefan Aaron König. Aus dem Impressum geht bereits hervor, dass sie  beide zur Clique von Hendryk Broder gehören, der für die Welt die Berichterstattung über die Piratenpartei übernahm.
Man trifft sie eben immer wieder.

 

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Ein Kommentar

  1. Der Partner von haOlam.de in Israel ist die Webseite AR01, die eine extrem rechte Politik vertritt.

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