Popcorn Höfinghoff und (K)einzelfall

Nun hat also Höfinghoff, wie von mehreren Leuten verlangt wurde, ein Statement zu Keinzelfall auf seinen Blog gesetzt, unterzeichnet von Hartmut Liebs, ihm selbst und Ursula Bub-Hielscher. Drei Leute, die zur damaligen Orga gehörten.

Vollständig aufgeführt sind sie in diesem Bericht vom 24.08.2012 über die zweite Keinzelfall-Veranstaltung vom 18./19.08.2012, verfasst von Christiane Schinkel und Ursula Bub-Hielscher.

Es sind dies: „Harry Liebs, Lars Dickhoff, Bastian Blankenburg, Mareike Peters, Steffen Lindner, Peter Loh, Rainer Thiem, Ulrike Pohl, Albrecht Spranger, Fabricio do Canto, Krithika V. Srinivas do Canto, Khatuna Manos, Thorsten Grünberg, Streaming hero Michael Ebner mit Assistent Erik.

Um das Programm verdient gemacht hatten sich die „hoch engagierten und versierten Beauftragten Lars Dickhoff, Harry Liebs, Bastian Blankenburg und Steffen Lindner

Höfinghoff teilt nun mit: „Während der anfänglichen Planungsphase machte Lars D. abstrakt per Blog auf seine rechte Vergangenheit aufmerksam. Einzelnen Mitgliedern der Orga erklärte er diese als rechte Ideologie in Verbindung mit Satanismus, welche etwa 10 Jahre in der Vergangenheit lag, eine kurze Recherche schien die lange zurückliegende Tätigkeit auch zu bestätigen. Die Mitglieder der Orga beschlossen, trotz dieser Tatsache weiterhin zusammenzuarbeiten.

Die anfängliche Planungsphase war Anfang Mai 2012 und den Hut auf hatte Harry Liebs. Seitdem müsste also gelten, was Dickhoff in seinem Kommentar auf Indymedia sagte: „Meine Peer Group kennt meine Vergangenheit, Exit ebenfalls„. Dieser Hinweis ist nicht uninteressant. Denn wenn sich einer schon an Exit wendet, sollte man davon ausgehen, dass es sich nicht um einen ‚mal eben so‘ Aussteiger handelt, sondern dass es ihm damit ernst war. Damit aber bekommt auch der Auftritt bei der NPD eine neue Option. Bei einem erfolgreichen offiziellen Aussteiger sollte man immerhin mit der Möglichkeit rechnen, dass er dort in Sachen Aussteiger rekrutieren unterwegs gewesen sein könnte. Einge Antifanten, die drei Unterzeichner eingeschlossen, sehen das freilich anders: die verdächtigen ihn des Fotografierens von Linken (gemeint sind wohl Linksextreme) für den Verfassungsschutz und der Eine oder Andere drohte ihm deswegen den Verlust einiger Zähne an, sollte er sich nochmals blicken lassen. Keine schöne Aussicht für einen Bildjournalisten.

Eine Konferenz im September lässt sich bedauerlicherweise nicht finden; gemeint war wohl die o.g. im August. Und die hat Dickhoff ganz zentral mit organisiert, von Anfang an, trotz seines zwischenzeitlichen Parteiaustritts. Sogar beim letzten Treffen am 20.09.2012 war er dabei, zu dem ansonsten nur noch Oliver Höfinghoff und Mareike Peter gekommen waren, denn  zu den dreien war das Orga-Team inzwischen zusammen geschnurrt. Weil, man hatte sich gestritten, und zwar heftig. nach Piratenart auf Twitter mit Shitstorms und PAV-Drohungen. Wer das Protokoll liest, wird vermuten, dass der Herr Dickhoff wohl eine gewisse fanatische Aggressivität von seiner satanischen NPD-Zeit mit gebracht hat.

Bis zum 20.09.2012 wird Orga-Mitglied Peter Loh auf jeden Fall heraus bekommen haben, dass Dickhoff noch am 17.06.2011 in Berlin bei einer NPD-Kundgebung mit der Berlin-Fahne gewedelt hatte. Denn nach dem Streit hatte er Forschungen angestellt. Es scheint wenig real anzunehmen, dass er das Ergebnis den Streitparteien nicht mitgeteilt hat. So eine schöne Waffe zieht man auch.

Auch Christiane Schinkel hält es für unrealistisch, dass das Orga-Team, insbesondere Höfinghoff, Peter und Liebs nichts davon wussten und Mirco da Silva erklärt, er sei sogar darauf angesprochen worden.

Warum das alles bis Mitte Dezember 2013 so schön verschwiegen worden war und warum es denn ausgerechnet dann heraus gekommen ist – muss ja einer nach gegraben haben, warum? – darauf gibt Höfinghoff leider keine Antwort, obgleich das ja wohl das Interessanteste wäre; der Indymedia-Artikel auch nicht.

Was Dickhoff betrifft, so hatte der offenbar wichtigeres zu tun, als sich mit der Piratenpartei abzuärgern: er ging nämlich zur renommierten Demotix und fotografierte allerlei als freier Bildjournalist, und das nicht nur in Deutschland und auch schon mal für den Guardian. Er machte also Karriere – Grund genug, sich aus den Augen zu verlieren.

Von daher erscheint Höfinghoffs letzter Absatz doch recht bedenklich und erinnert etwas an OM13gate, wo ja auch einige keinerlei Bedenken hatten, um ihres Fanatismus willen Existenzen zu zerstören:

Inzwischen ist uns klar, dass die Konferenz ein Baustein war, die es Lars D. ermöglichte in linken Zusammenhängen zu wirken. Auch wenn es für Bildungsarbeit in einer Partei wenig problematisch schien, Personen mit rechter Vergangenheit zu beteiligen, hätte uns diese Konsequenz klar sein müssen. Wir bedauern daher, nicht kritisch genug nachgefragt zu haben und andere Personen die mit Lars D. später zusammenarbeiteten nicht früher informiert zu haben.

Tja. So muss wohl die Welt eines Abgeordneten aus der tiefen Berliner Provinz aussehen.

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