Israel hat ein Problem: BDS

Demo 8Am 25. August rief BDS Berlin wieder einmal zum Boykott israelischer Produkte auf, mit ca. 50 Teilnehmern vor der Galeria Kaufhof. Denn speziell ging es gegen Soda Stream, das es sich auch noch in der illegal besiedelten Westbank gemütlich gemacht hatte.

Auch der Versuch einer kleinen Gegendemonstration fand sich ein, darunter die ehemaligen oder Noch-Piraten (wer behält da noch die Übersicht?) Jan Zimmermann und Jannis Hutt; letzterer ist Trainee bei der Abgeordneten der Piratenpartei Julia Reda im Europäischen Parlament in Brüssel.

Demo_7Offenbar gab es Schwierigkeiten mit der Polizei, die die Ansicht nicht teilte, wer für Israel demonstriere, stehe damit automatisch über dem Gesetz. Also mussten sie gezwungenermaßen ihr Vorhaben abbrechen und sich in gebührende Entfernung zurück ziehen. Von da aus marschierten sie dann einzeln zum Kaufhof, um dort demonstrativ Soda-Stream Produkte zu erstehen und zu behaupten, nicht sie selbst, sondern Bürger würden das tun.

In der Not frisst der Teufel Fliegen. So jämmerlich diese Gegenaktion unter Leitung einer bis dato unbekannten Gruppierung namens „Aktionsforum Israel“ = AFIL sich auch darstellte, Benjamin Weinthal griff danach, um diesem Haufen einen Artikel in der Jerusalem Post zu widmen, Titel: „Israelis helfen, in Deutschland eine Anti-BDS-Gruppe aufzuziehen. Es lohnt sich, da etwas näher hinzuschauen.

BDS israelische Juden 270816Tatsächlich handelt es sich bei dieser Gruppe – um eine Facebookgruppe. Sie umfasst ca. 1.500 Mitglieder, darunter die üblichen Verdächtigen, wie Volker Beck, Martina Engelmann und Ex-Pirat Oliver Höfinghoff, was allerdings nicht sehr viel heißen muss. Denn zu solchen Gruppen kann man einfach Leute zufügen, in der Regel sagen die dann aus Höflichkeit Ja und kümmern sich nicht weiter um die Gruppe.

Zu den Aktivisten gehören aber offenbar die im Impressum genannte Gabi Spronz, die dort eine israelische Adresse angibt, lt. Weinthal jedoch in Deutschland arbeitet. Aber auch der antideutsche Ex-Pirat Jan Zimmermann.

Die Gründung dieser Gruppe erfolgte offenbar vermittels Installation einer Webseite. Die ist ein wenig sparsam. DieFlyer Home-Seite kommt eher als etwas schlichter Witz, die „Medienbewertung“ erschöpft sich in der Zusammenfassung der hier beschriebenen Proteste um den Bericht der Tagesschau über Wasserprobleme in Palästina und unter „Organisationen“ ist das ergötzliche Flugblatt abgedruckt, das – ohne ViSdP-Hinweis und in recht urtümlicher Gestaltung  – bei der versuchten Gegendemonstration verteilt wurde.

Für die aberwitzige Falschheit der Darstellung im Flugblatt gibt es einen recht zuverlässigen Indikator: Facebook. Denn Mark Zuckerberg, Gründer und Inhaber von Facebook, ist Jude. Allerdings zuvörderst ein typischer US-amerikanischer Bürger, der sich auf die Werte der USA bezieht, während Israel ihm einigermaßen gleichgültig zu sein scheint. Jedenfalls führen Israelis gerade einen Prozess gegen sein Unternehmen, weil er ihrer Meinung nach auf Facebook zu wenige Palästinenserbeiträge und -accounts löscht. Same procedure as usual, wie bei jedem anderen, ob Palästinenser oder nicht, der sich Israels Wünschen nicht beugen mag. Aus welchem Grunde also sollte BDS zum Boykott von Facebook aufrufen? BDS ist ja gerade KEIN Boykott gegen Juden und jüdische Produkte, sondern gegen den rechtsbrecherischen Staat Israel – weswegen etliche Juden auch fröhlich dabei mitmachen. Mit diesem zionistischen Staat hat Zuckerberg nicht allzu viel im Sinn – was insbesondere den arabischen Usern durchaus bewusst ist.

Das verweist auf den Grund, warum diese nicht sonderlich ernst zu nehmende Facebookgruppe zur Ehre eines Weinthal-Artikels in der Jerusalem Post kam: eine Alternative ist offenbar nicht gegeben.

Laut Jüdischer Allgemeine, die sich auf israelische Statistiken beruft, gab es in Deutschland 2014 ca. 200.000 Juden, allerdings hatte nur rund die Hälfte Bezug zu jüdischen Gemeinden. An die 20.000 könnten alleine in Berlin leben. Diese Zahlen muss man sich vor Augen halten, um Weinthals Artikel, wonach Israelis (nämlich eine) Deutschen helfen, eine Anti-BDS-Bewegung zu gründen, richtig zu interpretieren: trotz aller Bemühungen der Israel-Lobby ist das Interesse der Juden in Deutschland, sich für Israel einzusetzen, offenbar nur mäßig ausgeprägt, so dass Israel vorwiegend auf die Antideutschen zurück greifen muss.

Ähnlich, wie in den USA die unverzichtbaren Unterstützer des Zionismus die Armageddon-gläubigen Evangelikalen sind, die hoffen, dass mit dem großen Krieg um Jerusalem Jesus wiederkehrt und das tausendjährige Reich errichtet, wie es der Rachetraum des Johannes im Neuen Testament offenbart.

So dürfte sich auch in Deutschland eine Tendenz heraus kristallisieren, die insbesondere in den USA längst besteht: man rechnet damit, dass die Hälfte der US-Juden gar keinen Bezug zu Israel hat, vielmehr das, was dort geschieht, als Verrat an ihren amerikanischen Werten betrachtet.

Damit kehrt eine alte Bewegung wieder, die bis zum 3. Reich die weitaus stärkste im Judentum war und den Zionismus zu einer seltsamen Randexistenz verbannt hatte: die Assimilationsbewegung. Juden kämpften für ihre Rechte als gleichberechtigte Bürger in ihrem eigenen Land – und das waren z.B. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA, aber nicht Palästina (Israel gab es damals noch gar nicht).

Einen großen Vertreter dieser einst starken Bewegung gab es noch nach dem 3. Reich: Bruno Kreisky. Der nannte schon in den siebziger Jahren den Likud faschistisch, Begin einen Terroristen und erklärte, er selbst sei der einzige europäische Politiker, den Golda Meir nicht erpressen könne.
Dafür erwarb dieser große alte Sozialdemokrat sich bei den Zionisten als einer der ersten den Ehrentitel „jüdischer Antisemit“.

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Olympische Peinlichkeiten

Israels Teilnahme bei der Olympiade in Rio, das nennt man wohl einen Schuss in den Ofen.

Nicht nur, dass die Medaillenausbeute recht mager war; Israel landete mit zwei Bronzemedaillen auf Rang 77. Im Gegensatz zum verhassten Iran, der mit drei goldenen, einer silbernen und vier bronzenen auf Rang 25 landete.

Noch vor der Eröffnung gab es die erste Ohrfeige – von der Mannschaft des Libanon. Die saß nämlich im Bus zum Maracana-Stadion, als die israelische Mannschaft zusteigen wollte.

Nö. Kommt überhaupt nicht in Frage.

Aber die israelische Mannschaft bestand offenbar darauf, trotz der ausdrücklichen Abwehr der Libanesen genau in diesen Bus zu steigen, koste es, was es wolle, so dass der libanesische Teamchef sich in die Tür stellte, um eine  Schlägerei zu verhindern. Ergebnis: die Organisatoren schickten die israelische Mannschaft mit einem anderen Bus los.
„Grausam“, nannte dies die Jüdische Allgemeine.

Nun ja. Araber im Allgemeinen und Palästinenser im Besonderen betrachten natürlich eher z.B, das Verbrennen einer ganzen Familie durch Israelis als grausam. Aber die Maßstäbe sind da offenbar sehr verschieden.

Dann die Judoka Joud Fahmy aus Saudi-Arabien. Als sie erfuhr, dass die israelische Judoka ihren Erstrundenkampf gewonnen hatte und sie gegen diese antreten müsse, falls sie gewinne, verzichtete sie lieber auf die Teilnahme und gab an, verletzt zu sein. Was ihr freilich niemand abnahm.

Im Gegensatz zum Ägypter Islam El Shehaby. Der trat zwar an, aber den obligatorischen Handschlag nach dem Kampf verweigerte er kopfschüttelnd: was zu viel ist, ist zu viel. Das brachte ihm zwar Ärger mit dem Israel-Vasallen Sisi ein, doch das war’s ihm offenbar wert.

ägyptische VolleyballspielerinEinen besonderen Strauß hatte die ägyptische Beach-Volleyball-Spielerin Doaa Elghobashy auszufechten. Elghobashy spielt im Hijab. Also quasi im Burkini. Die Deutsche – das ägyptische Team musste gleich in der ersten Runde gegen den späteren Olympiasieger antreten – spielte hingegen im traditionellen Bikini. Was für das Match völlig egal war und auch für das Engagement, wie dieses Foto zeigt, das um die Welt ging.

Weiß der Teufel, was einen israelischen Zaungast ritt, als sie sich heimlich mit Israel-Flagge hinter Elghobashy stellte, während diese gerade für ein Foto posierte. Elghobashy fand das überhaupt ägyptische Volleyballspielerin mit Israelin nicht lustig, als sie es erfuhr.

Ich schwöre bei Gott, ich hatte keine Ahnung von der Flagge. Mein Lebtag wird es niemals Frieden zwischen mir und diesen Leuten geben. Diese Leute sind in einem solchen Maß dreckig, dass sie mich die Flagge nicht sehen ließen,

schrieb sie auf Facebook. Das war also nichts mit der versuchten Verbrüderung wider Willen. Das ägyptische Volk ist eben nicht Sisi, da hilft alles nichts.

Doch es kommt noch besser. Keine Goldmedaille errungen zu haben wurmte manchen Israeli offenbar so sehr, dass er gedachte, sie sich ebenso anzueignen wie Palästina. Zum Beispiel Avi Mayer, ehemaliger Sprecher der IDF und nun Mayer über GoldmedailleSprecher der Jewish Agency und (Möchtegern-) Spezialist für die Nutzung sozialer Medien zum Behufe der Propaganda für Israel.

Ahmad Abughaush hatte nämlich eine Goldmedaille im Taekwondo gewonnen, die erste Goldmedaille überhaupt für Jordanien. Tatsächlich jedoch ist Abughaush Palästinenser. Da sein Dorf aber inzwischen Teil einer „israelisch-arabischen“ Stadt ist, nämlich Abu Ghosh, gedachte Mayer, die Medaille schlicht und einfach für Israel anzueignen.
Da geriet er freilich an den Falschen. Denn Abughaushs Vater berichtete Journalisten postwendend von seiner Vertreibung aus seinem Dorf und dessen Zerstörung in der Folge des Sechs-Tage-Krieges 1967 und fragte:

Wenn die Israelis die Häuser zerstört, die Menschen getötet und die Bäume gerodet haben, wie können sie sich dann den Erfolg von Abughaush aneignen?

Tja. Frechheit siegt eben nicht immer.

Im Zweifel endet sie in Peinlichkeit.

28.08.2016

Man nennt es: einem das Wasser abgraben

Wir haben in Palästina auf unseren Dächern Wasserbehälter, da können wir Wasser speichern. Oft fangen die Israelis an, uns in Bir Zeit ab Mai das Wasser für eine Woche abzustellen, je wärmer es wird, um so weniger wird das Wasser und die Behälter werden oft nicht voll. Wir haben das Duschwasser in einer Kinderbadewanne aufgefangen und für die Toilette benutzt. Da der Wasserdruck nicht stark ist, kann man die Waschmaschine nicht nutzen. Mein Mann ist noch in Palästina und wir telefonieren täglich. Seit einer Woche gibt es in Bir Zeit wieder große Probleme mit dem Wasser. Er schaut täglich nach, ob das Wasser kommt. Die Behälter werden nicht mehr richtig voll, so reicht das Wasser nicht eine ganze Woche. Wir haben dann immer Wasser aus den Tankwagen gekauft, was 5 mal soviel kostet. Hier in Deutschland mache ich die Wasserleitung auf und erschrecke jedes Mal, wie das Wasser angeschossen kommt.

Soweit die gelebte Wirklichkeit in Palästina in einem Facebook-Kommentar; als Gegensatz zum propagandistischen Herumtheoretisieren derer, für die fließend Wasser aus der Leitung eine Selbstverständlichkeit ist.

Die Wirklichkeit der Palästinenser wird geformt durch dreiste Rechtsbrüche Israels. Die bestehen. International festgestellt und völlig unbestreitbar. Israel ist jedoch weit entfernt, diese Rechtsbrüche anzuerkennen, geschweige denn, sie abzustellen. Offenbar ist es der Ansicht, jedes Recht eines Palästinensers sei eine israelische Gnade für Wohlverhalten = Unterwerfung unter seine Oberhoheit, das jederzeit nach Belieben von ihm gewährt und auch wieder weggenommen werden könne. Wer das anprangert, wird eben Antisemit genannt, hätt sich dä Fall.

Wer sich mit der Wasserversorgung in Palästina befassen will, kommt am Hydrologen Clemens Messerschmid nicht vorbei. Er wohnt in Ramallah, arbeitet seit 1997 bei zahlreichen Projekten renommierter internationaler Organisationen mit und ist bestens vertraut mit der geologischen Lage in der gesamten Region. Er ist ein Linker, ein Anti-Imperialist, was freilich seinen fachlichen Qualifikationen keinen Abbruch tut; Zionisten, die grundsätzlich alles, auch die Wissenschaft, unter das Primat der Gesinnungskontrolle stellen, sehen das natürlich anders, stehen damit aber alleine da.

Einen guten Überblick über die Lage bietet der Bericht über das Seminar „Wasser in Israel und Palästina: zwischen Konflikt und Kooperation„,  zu dem die Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Forum Deutschland-Israel-Palästina, deren Partner die Friedrich-Ebert-Stiftung ist, eingeladen hatte. Auch Messerschmid als fachkundigen Referenten.

Danach ist Israel/Palästina keineswegs ein trockenes Land. Das sei ein Mythos.  Wenn man bedenke, dass in Israel ca. doppelt so viel Wasser pro Tag/Kopf verbraucht werde, wie in Deutschland, könne man auch nicht von Wasserknappheit reden. Allerdings gäbe es eine Überentnahme aus dem Jordan mit dem Ergebnis, dass das von ihm gespeiste Tote Meer langsam trocken fiele.

Problematisch sei allerdings die Verteilung des Wassers.Schulz irrte nicht bei Proportionen

Israel hat mit dem 6-Tage-Krieg „die vollständige Kontrolle über sämtliche Wasserressourcen sowie über Wasserverteilung und Verwaltung“ übernommen. Damit sicherte es sich unbeschränkten Ressourcenzugang, während Palästina mit dem vorlieb nehmen muss, was übrig bleibt. Ab Mai wird das dann immer weniger – vermutlich, weil dann die Pools in den illegalen israelischen Siedlungen gefüllt werden. So jedenfalls kann man es auf Google Earth sehen, auch Fasayel, wenn man die Karte etwas nach Süden verschiebt. An sich ist es also recht lächerlich, den Wassermangel in den West Bank abstreiten zu wollen.

 

Das palästinensische Dorf Fayacel
Das palästinensische Dorf Fasayel
illegale israelische Siedlung, ca. 1 km nördlich von Fasayel
illegale israelische Siedlung, ca. 1 km nördlich von Fayasel

Nach israelischer Sicht sei Wasser in erster Linie eine Sicherheitsfrage, weswegen es sogar Zisternen zerstört, weil, darin könnten ja auch Waffen gelagert werden. Die Palästinenser bekämen genug Wasser; gingen sie vernünftig damit um, würde es auch reichen.

Wie das en Detail aussieht, erläutert Sahm auf Honestly Concerned: seiner Ansicht nach brauchen Palästinenser offenbar weder Waschmaschinen noch Pools, die stehen nur Israelis zu. Der kolonialisierte Bimbo soll also ein armer Schlucker sein und bleiben. Eine uns durchaus bekannte Einstellung: sie liegt auch den Beschwerden etlicher Deutscher darüber zugrunde, dass Flüchtlinge Smart-Phones besitzen.

Nötig ist der Bau etlicher neuer Brunnen im Westjordanland zur Wasserförderung, denn durch Reparatur der undichten alten Leitungen allein ist das Problem nicht zu lösen.

Mit dieser Frage befasst sich Jessica Perkiss für den Middle East Monitor. Nicht nur, dass sämtliche Wasservorkommen bereits von Israel annektiert und unter die Herrschaft des israelischen Konzerns Mekorot gestellt wurden. Auch die bestehende alte Wasserversorgung wird offenbar nach und nach demoliert, z.B, indem durch den Siedlungsbau die Leitungen schon mal schlicht und einfach gekappt werden. Dass Palästinenser wenig Lust haben, für das Wasser, das ihnen gestohlen wurde, auch noch zu bezahlen, dürfte einleuchten.

Amnesty InternationalBaugenehmigungen für Palästinenser sind von Israel generell schwer zu erhalten; das gilt selbstverständlich auch für den Bau neuer Brunnen und die Reparatur von Leitungen. Wird trotzdem gebaut, zerstört Israel es wieder mit seinen Bulldozern, auch, wenn die EU es gebaut haben sollte. Denn auch das lebensnotwendige Wasser betrachtet Israel als Erpressungsmittel, das es nur für ‚Wohlverhalten‘ gibt, also für die Akzeptanz des Diebstahls.

Diese Erpressung hat der rechtsradikale israelische Verteidigungsminister Liberman nun in die Form eines systematischen Plans gegossen, in dem er von einer ‚Politik‘ von Stock und Karotten spricht, Palästinenser also mit Eseln vergleicht, die zum nützlichen Haustier zu dressieren sind. Gegen Wohlverhalten gibt’s zur Belohnung dann auch mal ein Krankenhaus oder einen Fußballplatz.

Was übrigens die Waschmaschinen betrifft, über die Sahm sich so nachhaltig aufregt:

Die Waschmaschine wird mit der Hand von vorne,wo das Waschpulver rein kommt,gefüllt,da der Wasserdruck nicht ausreicht.Man wird erfinderisch, um sich das Leben etwas angenehm zu machen.

 

Vertiefende Informationen:
Wassernöte – Bericht von Amnesty International. pdf zum Download

Präsentation zum Thema: „Von heute und in Zukunft © Clemens Messerschmid. was wäre nötig? was tun die Geber?“

19.08.2016

Türkeiputsch: mögliche Hintergründe?

Eine plausible Theorie über mögliche Hintergründe des Putschversuchs in der Türkei

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Was erlauben sich ZDF?

ZDF´lügt? Hier ein wenig Material dazu, wie israelische Kinder zum Hass auf Araber erzogen werden.

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The nonsense about singling out Israel

In an article on Middle East Eye Ben White quotes the Board of Deputies of British Jews (who of course do not represent THE British Jews, as well as the Zentralrat der Juden in Germany):

any exceptional treatment of Israel, where Israel is uniquely subjected, among all the countries in the world, to hostile behaviours such as denial of its right to exist and boycotts“ is anti-Semitic.

It’s time to destroy the false logic of the „single out“ or „uniquely subjected“argument.

Of course Israel is not singled out but treated like any other racist, colonial country with affinity to fascism.
Also BDS is no singling out: it was practiced in the cases fascist Franco-Spain, Greece under probably fascist military junta and of course apartheid South Africa.
And boycott is practiced very normally from governments – against Russia, Iran, North Corea, before Cuba (mentioned without judgement whether correct or not).

So why do they claim such a nonsense?

It’s because they ignore the existence of the Palestinians, of a Palestinian people.

They see them as Arabs whom they see without any distinction, without culture printed through their own long regional history. This is quite easy for the zionists because jews themselves have no common history as a cultural entity. They are a religious denomination, declared from some crooked minded Europeans, especially Germans, as a race, which is also totally nonsense without any scientific base.

Underneath lies the mediaeval thought that nations are built by religions. The Frankish Empire embraced whole Western Europe with all their different peoples, languages and cultures, united only in belief. This on the base of the writings of  the great philosopher Augustinus. His theory was about a development of history towards a christian world, which would mount in a state of God which would mean the end of history. A very stable idea. We find it in Hegels thoughts, copied by Karl Marx, up to Huntington and Fukuyama.

In a state built by religion of course only those have citizenship who share that religion. All others are ‚foreigners‘, either tolerated or fought. Also the European jews were either tolerated or fought and not accepted as citizens; but they were not the only ones. Bloody, cruel wars with the aim of extincion of those who would not surrender and proselyte were not only led on the way to christianize pagan Europeans, but also against religious groups declared as heretic. They had no citizenship so they were outlawed.

It’s easy to find this mediaeval thought in the dominating far right zionist ideology. In a jewish state no non-jew has citizenship, independent whether there was granted an israeli passport to him or not. A non jew, whether muslim, christian or any other, has to surrender under the jewish laws, to accept the jewish religion as the predominant, to get the gift of formal citizenship as a bureaucratic act. An act that can be revoked whenever the jewish government decides that it is not pleased with him anymore. The zionists are stuck in their mediaeval thought with the consequence that they treat any other denominations today like the jews in Western Europe were treated since hundreds of years ago.

It’s paradox that this thought shall be established in Palestine which was always an exception to this thought. As the holy land of jews, christians and moslems all three religions with their different denominations lived there together and built Palestine. Compare this with for instance Morocco or even Saudi Arabia. It’s obvious that Palestine has her own culture which strongly differs from other Middle Eastern cultures who in fact share nothing except language and belief. And sometimes not even that.

Meanwhile we live in completely different times. National states have developed in Europe and elsewhere and states which have been built by European colonialism on the blackboard, ignoring cultural and peoples borders, not seldom had to fight many difficulties because of that. Our international and peoples law and especially our human rights declaration grants freedom of religion and forbids any discrimination or even prosecution because of religious belief. Who wants to change this – except notorious religious extremists and sectarians, famous the blood thirsty IS, but also from hindu, christian and even buddhist side – and, yes, Israel?

Today it is simply against all worldwide accepted international laws, to establish a state based on religion. This because such a state not only breaks princips of democracy, the princip of One-Man-One-Vote, but also consequently leads to displacement of those with the ‚wrong‘ religion and replacing them with believers of the ‚right‘ – of course unacceptable. And a state that holds to this mediaeval idea of being built by religion singles herself out of world community.

But of course it also has consequences for the complex of ideas of such a state, too. A state that defines herself as built on a special religion also sees other states under the pretext of religion. This is at least a proto-fascist view because it ignores all the different cultures and identities of the peoples of all other states and sums them only under one allegedly prevailing ideology. Means, they do not only ignore the individual existence of Palestinians. They also ignore the existence of Libyans, Algerians, Iraqis, Syrians and so on. For them they are all just Arabs who in their opinion have a special regional religion which is islam, not willing to surrender under prevailing jewish religion and therefore hostile by itself – in the propagandistic term: anti-semitic (which is especially in this case a complete nonsense term as well). So for them it’s simply no problem to displace a whole people to regions where people with the same – hostile – religion live. One should not be too sure that this would only concern Palestinians.

But world is far away from mediaeval times. It is not worth to discuss ideas wiped away from developed mankind because of their inhuman effects. There have always been attempts to go back to an alleged golden past, most famous fascism of Italy with its fallback to Roman Empire or, today, the horrible IS movement and its partners with their fallback to an alleged time of Mohammad. They always ended in cruelty, abhorrence, blood and the swear of „never again“.

There is no singling out, no uniquely subjecting of Israel. At least as long as we keep and defend the only reliable measure that can bring enduring peace to international conflicts: the international and peoples law.

 

 

Von der Ethik der Israelkritik

Brumlik nannte protestantische Israelkritiker gesinnungsethische Störquellen im christlich-jüdischen Dialog; zu Recht?

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Krake ist antisemitisch!

Ein Einblick in die antideutsche Anti-TTIP-Propaganda im Netz

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Die Definition, die es nie gab

Auf Drängen der USA im Gefolge von 9/11 fand im Juni 2003 in Wien eine Konferenz der OSZE mit dem Schwerpunkt Antisemitismus statt. Damit waren viele OSZE-Mitglieder nicht einverstanden. Ihrer Meinung nach gehörte Antisemitismus in die Rubrik Rassismus und Diskriminierung, es gebe keinen Grund für eine Sonderbehandlung.

Der European Jewish Congress EJC, weniger eine jüdische als vielmehr eine israelische bzw. zionistische Lobbyorganisation, machte bereits tüchtig Propaganda zur Feststellung und Verdammung eines angeblich „neuen“ Antisemitismus, der tatsächlich stets nichts anderes sein sollte als das Bemühen, Israel gegen jegliche Kritik zu immunisieren und insbesondere die Palästinenser und die internationale Palästina-Solidarität als antisemitisch zu brandmarken, mundtot zu machen und damit quasi aus dem Verkehr zu ziehen.
Allerdings machte das die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit EUMC (im Rahmen der OSZE-Konferenz zuständig für Europa, die inzwischen von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte FRA abgelöst wurde) nicht mit.
Was den EJC schwer empörte.

Wacker arbeitete die Israel-Lobby, vertreten vor allem durch das American Jewish Committee AJC, gerade auch mit seinem Berlin-Ableger, der wiederum vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin unterstützt wurde, weiter daran, insbesondere die EU zu verpflichten (sie nannten es Erziehung), mit Hilfe einer quasi-gesetzlichen Regelung die Bürger auf die zionistische  Auffassung von dem, was sie sagen dürfen sollen und was nicht, zu verpflichten.
Die Vorgeschichte stellte das Jerusalem Center for Public Affairs 2004 dar und lieferte auch die Begründung für die Bemühungen: eine Variante der berühmt-berüchtigten „Demographischen Bedrohung“, die ja immer als Rechtfertigung dafür genommen wird, dass Israel die Palästinenser nicht als gleichberechtigt ansehen muss und auch das von der UNO verbriefte Rückkehrrecht missachten kann. Es gäbe in Europa schon zu viele Muslime, jedenfalls um einiges mehr als Juden, und wenn die etwa auch als gleichberechtigt angesehen werden sollten – wo bliebe dann Israel mit seiner Auffassung, wer allein im Nahen Osten das Sagen haben solle?

Wie es nun genau dazu kam, verbleibt im Dunkeln, jedenfalls stand 2005 eine „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ auf der Webseite der EUMC. Sicherlich weiß die Jüdische Allgemeine näheres über die Autoren:

Das American Jewish Committee und der European Jewish Congress arbeiteten eng mit wissenschaftlichen Experten in Israel, den USA und Europa zusammen an der Ausarbeitung dieser Arbeitsdefinition.

und bestätigt damit die von Seiten Palästina längst gehegte Vermutung, dass es sich im Wesentlichen um eine Definition der Israel-Lobby handelt.

Die EU kümmerte sich nicht weiter um diese „Arbeitsdefinition“ und so blieb sie auch so, wie sie war, ohne Kommentar und mit dem alten EUMC-Logo, stehen, auch nachdem die EUMC durch die FRA abgelöst worden war.

Bis Ende 2013. Da war sie auf einmal sang- und klanglos verschwunden.

Die Israel-Lobby tobte. Shimon Samuels vom berüchtigtigen Simon Wiesenthal Center protestierte bei der Hohen Kommissarin für  Auswärtige Angelegenheiten der EU, Frau Catherine Ashton, und verlangte ultimativ, die EU habe die Arbeitsdefinition gefälligst wieder umgehend dort einzustellen.
Das war unverschämt.
Die Antwort kam von der Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission: weder die Kommission im Besonderen, noch die Europäische Union habe eine Definition von Antisemitismus beschlossen und es bestehe auch nicht die Absicht, eine zu erstellen. Zudem wies sie darauf hin, daß die FRA eine unabhängige Agentur sei. Und Samuels zitiert aus dem Antwortschreiben:

Im Jahr 2005 hatte die Beobachtungsstelle der EU für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) ein Online-Dokument mit dem Titel Arbeitsdefinition von Antisemitismus angelegt Seitdem haben verschiedenen Akteure, vor allem Nichtregierungsorganisationen, dieses Dokument als Definition von Antisemitismus in der EU bezeichnet In ihrer Autonomie hielt die FRA dieses Dokument bis vor Kurzem online, dann entfernte sie es zusammen mit anderen nicht-offiziellen Dokumenten.

Nun, das ist eindeutig. Mit dieser Arbeitsdefinition wurden Bürger und Organisationen getäuscht. Es wurde ihnen vorgespielt, es handle sich um eine offizielle Definition der EU, an die sich die Europäer zu halten hätten. Kein Wunder, dass die Kommission so harsch reagierte, als das Simon Wiesenthal Center, das sich übrigens selbst auch als NGO bezeichnet, meinte, die Wiederherstellung anordnen zu können.

So ganz verschwinden lassen wollte die Israel-Lobby ihre schöne „Arbeitsdefinition“ freilich nicht. Sie ist immer noch auf der Webseite des European Forum on Antisemitism zu finden, das ganz zufällig die gleiche Adresse hat, wie der AJC Berlin. Daselbst ist es verbuddelt seit 2012, immer noch mit dem Anspruch:

Dieses Dokument soll als praktischer Leitfaden für die Erkennung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle sowie für die Erarbeitung und Umsetzung gesetzgeberischer Maßnahmen gegen den Antisemitismus dienen.

Und das ist immer noch das gleiche, wie ursprünglich geplant. Nicht die paar übrig gebliebenen Altnazis sind Zielscheibe dieser Bemühungen, sondern die Palästinenser und die gesamte internationale Palästina-Solidarität.

Ein Korallenherz für die Friedenstournee

Wegen dieser Veranstaltung hatten die Antideutschen ja schon etwas Ärger gemacht, vor allem, weil zwei Piraten dabei reden wollten.

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Nun, wie sich das in den sozialen Medien, vor allem auf Twitter spiegelte, war doch recht amüsant.

Als Auftakt dieser Bericht der Friedensdemo-Watch, die solch bedeutende Organisationen sorgfältigst beobachtet.
(Unkundige mögen sich nicht verwirren lassen. Rechts und Nazi ist für die alles außer ihnen selbst.)
Beachtenswert der Schluss des Berichts:

Verschiedene Gruppen und Medien berichteten zuvor kritisch über die Veranstaltung darunter der BAK Shalom AG – nrw(http://shalomnrw.blogsport.eu/2015/08/06/querfront-auf-friedenstournee-zur-veranstaltung-am-08-08-2015-in-dortmund/), die Antifaschistische Union Dortmund(https://www.facebook.com/friedensdemowatch/posts/886615601392697) und die ruhrbarone(http://www.ruhrbarone.de/verschwoerungstheoretiker-am-samstag-in-dortmund/111673).

Also die üblichen Verdächtigen, an vorderster Front der inzwischen besonders bei der Linksjugend schwer unter Beschuss geratene zionistische Bak Shalom, der ja teilweise bereits ‚rausgeschmissen wurde.

Bei dieser Demonstration ging es also um Frieden. Den freilich die Veranstalter nicht achten wollten:

0908 frieden 2Im Gegensatz zu den äußerst friedenswilligen Gegendemonstranten:

0908 frieden 1Zwischen diesen beiden äußerst friedfertigen Gruppen scheint die Polizei wohl eine gewisse Ausgewogenheit hergestellt zu haben; der Meinung waren die Veranstalter freilich nicht:

Dafür ging die Polizei zuvor mit Gewalt und einen 40 Minuten andauernden Kessel gegen die Störung des Auftrittes des Die Bandbreite-Sängers vor. Elf Gegendemonsranten wurden eingekesselt, als sie die Bandbreite gestört haben. Sie bekamen eine Anzeige wegen des Störens einer Versammlung und einen Platzverweis.

Da sieht man dann mal wieder:

Erfüllungsgehilfen d AntisemitenImmerhin mussten auch sie zugeben, dass am Ende alle Störer weg waren:

Mittlerweile sind wohl keine Nazis mehr dort. Sie haben auch Platzverweise von der Polizei bekommen, nachdem sie Gegendemonstranten angegriffen haben.

ABER:

Die Platzverweise für Gegendemonstranten wurden aber wesentlich früher erteilt.

Na sowas aber auch!

Eine besondere Unverschämtheit war, dass unter den Veranstaltern Leute waren, die die Gegendemonstranten filmten:

0908 Eskalation gewolltGenau. Das kommt schon einer Aufforderung zur Notwehr gleich. Und der unfriedliche Sänger der Bandbreite erst!

0908 filmen wojna provokationUnd wenn man dann selber filmt, haben die auch noch was dagegen! Das geht doch gar nicht, oder? Was sagt denn die Polizei dazu? Nix? Alles Nazis!

0908 filmenDie haben Ausdrücke gesagt! Kindergruppe!

Doch der Gipfel waren Beleidigungen von Sänger Wojna gegen das Korallenherz. Und das gleich drei Mal!

Den Nazis wurden durch die Polizei ohne Einwirken der Organisatoren erst Platzverweise erteilt, nachdem sie Robert Ruttkowski alias „Korallenherz“ angegriffen haben. Dieser ist vor Ort aktiv gegen die Wichtel. Nachdem die Nazis Ruttkowski angegriffen haben, hat Wojna, Sänger der Bandbreite, ihn dreimal mit vollen Namen am Micro genannt.

Robert Ruttkowski! Was für eine Beleidigung! Der Mann heißt Korallenherz!

0908 mit namen provoziertZur Beruhigung: Anzeige ist ‚raus.

Auch wegen gefährlicher Bedrohung:

Wojna, der heute ein T-Shirt mit Konterfei des christlichen Fundamentalisten und Reichsideologen Xavier Naidoo und der Aufschrift „Mein Held“ trug, meinte, man könnte sich auseinander setzen, aber dann im Boxring.

Boxring? Nach Regeln? Und mit Schiedsrichter?
Kennen wir nicht, wollen wir nicht, brauchen wir nicht.
Gibt es nicht.
Die Wahrheit sieht ganz anders aus, nämlich so:

bedroht

M O R D I O !